Teuer-Mobile
Dienstag, 1. Juli 2008, 16.42 Uhr | Giesbert Damaschke
Wer glaubt, T-Mobile sei unter dem Einfluss von Apple und dem iPhone zu einem wenigstens ansatzweise akzteptablen Unternehmen geworden, der täuscht sich. Zugegeben, technisch ist an dem Dienst wohl kaum etwas auszusetzen (zumindest bin ich noch nicht über Probleme gestolpert), aber dafür stinkt der Rest. Nicht genug damit, dass T-Mobile beim iPhone ungeniert zulangt und einem Tarifbedingungen vor die Nase setzt, wie man sie sich als konkurrenzloses Angebot halt leisten kann, auch jenseits der dreisten Preisgestaltung ist T-Mobile immer für eine unangenehme Überraschung gut.
Die Kundenwebseiten zum Beispiel sind von nachgerade niederschmetternder Nichtigkeit. Sie informieren nicht über Kontostand und Vertrag, warten dafür aber mit wirren Menüs und allerlei Optionen auf, die für iPhone-Kunden schlechterdings irrelevant sind.
All das ist ärgerlich genug. Doch mit seinen jetzt bekannt gewordenen Update-Konditionen hat T-Mobile den Bogen so weit überspannt, dass selbst Begriffe wie Beutelschneider, digitale Wegelagerer oder Abzocke entschieden zu kurz greifen.
Wer als Bestandskunde (der für sein iPhone in der Regel den vollen, ungesponserten Preis von rund 400 Euro gezahlt hat) gern auf das 3G-Modell wechseln möchte, der kann das tun – vorausgesetzt, sein Vertrag ist mindestens sechs Monate alt und er zahlt 15 (fünfzehn!) Euro für jeden noch verbleibenden Monat der Vertragslaufzeit. Um dann einen neuen Zweijahresvertrag zu den aktuellen 3G-Tarifen abzuschließen.
Das kann man mal rasch durchrechnen: Wer im November 2007 zu den ersten iPhone-Kunden in Deutschland gehörte, der hat im Juli acht Monate seines 24-Monats-Vertrages hinter und noch 16 Monate vor sich. Wollte er auf ein 3G-Modell wechseln, müsste er sich also für satte 240 Euro aus dem laufenden Vertrag freikaufen, um sofort danach einen neuen Zweijahresvertrag zu den normalen Konditionen abzuschließen.
Eigentlich hatte ich mit dem Gedanken gespielt, mein iPhone zum iPhone 3G upzugraden. Aber unter diesen Umständen verzichte ich wohl erstmal darauf. Vielleicht besinnt man sich bei T-Mobile noch anders und bietet günstigere Konditionen an. Andernfalls könnte die Aktion Fuck You, Rogers! (die neuerdings Ruined iPhone heißen) ein gutes Vorbild sein.









6 Kommentare zu Teuer-Mobile
mischa gerloff schreibt:
1. Juli 2008, 20.34 Uhr
Ich weiß ja nicht, ob man nur den richtigen Callcenter-Menschen erreichen muß. Aber wir haben bei Vertragsverlängerungen schon verbesserte Konditionen herausgehandelt.
chippsi schreibt:
2. Juli 2008, 10.11 Uhr
Ich hatte ja schon gehofft, als ich Steve Jobs bei der letzten Keynote gehört habe, dass sich T-Mobile endlich besinnt und auch bessere Tarif-Konditionen in Deutschland anbietet.
Aber so wie die Zahlen zur Zeit stehen, werde ich wohl weiterhin enttäuscht warten müssen.
Wirklich eine Frechheit, wie dieser Konzern mit seinen Exklusiv-Rechten die Kunden ausnimmt, gerade im Vergleich zu unseren Nachbarländern wie zum Beispiel Niederlande, die heute auch ihre Tarife veröffentlicht haben.
iPhone 3G als Kulanzobjekt? Laut T-Mobile schon… | IT-techBLOG: Home of Hi-Tech schreibt:
3. Juli 2008, 16.31 Uhr
[...] ohnehin wenigen iPhone-Besitzer in diesem Land endgültig vergraulen will (auf diversen Seiten und Blogs macht genau das heftigst die [...]
Jf schreibt:
3. Juli 2008, 22.14 Uhr
Der Grund für die hohen Preise ist wahrscheinlich, daß sie nicht genug Geräte liefern können. Warum sollte man das Produkt, das das Zeug zum Kulthandy hat, künstlich verteuern? Davon hätte keiner was.
Peter schreibt:
4. Juli 2008, 16.35 Uhr
@Jf: Warum sollte man ein Produkt, dass das Zeug zum Kulthandy hat, zu billigen Preisen verschleudern?!
Apple hat nun mal eine Innovation geliefert, wie sie vorher auf dem Handymarkt nicht da war.
Ich freu mich jedenfalls auf GPS und die Push-Funktion und die doch recht erschwinglichen Preise für das Schätzchen ;-)
Michael schreibt:
7. Juli 2008, 17.21 Uhr
@Peter: Aber das ist doch gar nicht der Punkt. Klar ist das iPhone eine Innovation, was sich T-Mobile allerdings in Sachen Preispolitik im Hinblick auf seine Bestandskunden leistet, spottet jeder Beschreibung.
Und wenn man sie darauf hinweist (in jedweder Form), sind sie sofort beleidigt (ich habe zumindest gerade eine ausführliche Mail seitens des Pressesprechers bekommen). Aber damit bestätigen sie nur die Vorurteile, die man ihnen gegenüber hegt…
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