Spiegel Online über den App Store
Donnerstag, 5. November 2009, 14.07 Uhr | Giesbert Damaschke
Bei Spiegel Online findet sich ein Artikel von Martin U. Müller über den „Apps-Boom“. Der Artikel selbst bietet nichts wirklich neues, ist aber soweit ganz ok und bringt die üblichen Beispiele. Nur, dass Enigmo als „triviales Wassertropfenspiel“ bezeichnet wird, stößt etwas sauer auf. Enigmo ist ein ziemlich pfiffiges Knobelspiel und alles andere als trivial. Weder als Spiel, noch als Programm.
Wirklich dummdreist ist allerdings der Vorspann, der vermutlich von der Redaktion nach der Maßgabe „flott, knackig und gegen Apple stänkern“ geschrieben wurde.
Nicht nur, dass der Artikel in der Übersichtsseite der Netzwelt den albernen Titel „Klingeling, das Ei ist hart“ verpasst bekommt (wohl als Anspielung auf ein Eieruhr-Programm, das im Text erwähnt wird), nein, man haut dann auch gleich noch eine durch nichts belegbare Behauptung rein, die durch den Artikel überhaupt nicht gedeckt wird, in ihm natürlich auch nicht auftaucht, aber das Vorurteil der Eh-schon-Alleswisser befriedigt: „doch das große Geschäft macht nur einer – Apple.“
Pangea, der Hersteller von Enigmo, hat vor einiger Zeit übrigens angekündigt, dass man mit den Programmen fürs iPhone mehr Geld verdiene als mit allen Desktop-Applikationen zusammen und dass man in Zukunft nur noch für das iPhone entwickeln werde (vermutlich, weil nur Apple daran verdient):
It’s crazy. It’s like lottery money. In the last four and a half months we’ve made as much money off the retail sales of iPhone apps as we’ve made with retail sales of all of the apps that we’ve made in the past 21 years – combined.”
Notabene: Es ärgert mich nicht, dass Spiegel Online im Vorspann Quatsch zu Apple schreibt. Es ärgert mich, wie selbstverständlich ein Medium, das sich selbst fraglos zum „Qualitätsjournalismus“ rechnet, zu solch miesen Methoden greift, weil die Klickquote offensichtlich alles heiligt.









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