Sag mal, Financial Times Deutschland,

Dienstag, 31. Mai 2011, 17.51 Uhr | Giesbert Damaschke

was hast du dir eigentlich dabei gedacht, als du den Artikel

Apple Macs hit by scareware attacks

deines Autors Joseph Menn so ins Deutsche übertragen hast:

Hacker knacken vermeintlich sichere Apple-Rechner

Also, zum Mitschreiben: „Mac Defender“ ist kein Virus oder Wurm, keine Schadsoftware, die ihren Namen verdient, sondern banale Scareware. Da wird nichts gehackt oder geknackt (schon gar nicht Mac OS X), da werden im Hintergrund keine Daten ausgespäht, da wird keine Schwachstelle im System ausgenutzt, das ist kein Exploit, da verbreitet sich nichts automatisch, das System wird weder korrumpiert noch beschädigt. Da wird versucht, dem Anwender Angst einzujagen, damit dieser seine Kreditkartendaten rausrückt, mit denen die Programmierer der Scareware dann allerlei Allotria treiben können.

Anders gesagt: Es handelt sich hier um schlichte Betrugssoftware, um Bauernfängerei, die prinzipiell mit jedem System funktioniert und unabhängig von der Rechnerarchitektur ist.

Und weist Du was? Gegen Scarware hilft nur ein geringes Maß an Sachverstand, aber ganz bestimmt keine Antivirensoftware. Im Gegenteil: wer glaubt, er müsse dergleichen auf seinem Mac unbedingt installieren, ist ein potentielles Opfer der Betrugsmasche, die genau auf diesem Irrglauben aufsetzt.

Aber gut, ich seh’s ja ein. Eine Schlagzeile wie „Apple-Anwender sind mitunter so leichtgläubig wie Anwender anderer Systeme“ bedient keine wohlfeilen Ressentiments und bringt keine Klicks. Dafür muss man dann wohl schon so einen Unfug schreiben wie du.

Mit freundlichen Grüßen

Giesbert Damaschke, München

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