Ein seltsamer Dialog und wie er sich erklärt

Montag, 20. Oktober 2014, 13.30 Uhr

Wenn man auf dem iPhone oder iPad den Flugmodus aktiviert hat und anschließend ein Programm aufruft, das Internetzugang benötigt (also etwa Safari oder Mail), dann begrüßt einen iOS mit diesem seltsamen Dialog:

Dialog in iOS bei Internetzugriff mit aktiviertem Flugmodus

Der Dialog ist auf jeden Fall für einen Lacher gut – weiß man bei Apple nicht, dass sich „oder“-Fragen nicht mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten lassen?

Man kann sich allerdings auch überlegen, wie es zu so einem blödsinnigen Dialog kommen kann. Die Antwort ist relativ einfach: Betriebsblindheit (vor der niemand wirklich gefeit ist).

Wenn der Flugmodus aktiviert ist, dann gibt es zwei Möglichkeiten, wieder online zu gehen: Entweder man schaltet den Flugmodus aus, oder man aktiviert zusätzlich WLAN. In diesem Fall bleiben die Telefon- und Bluetooth-Verbindungen weiterhin ausgeschaltet, aber WLAN funktioniert wieder.

Beim Schreiben des Dialogs hat man also die Oder-Disjunktion als eine Option gesehen und die Frage: „Wieder online gehen?“ übersetzt in „(Flugmodus ausschalten OR WLAN benutzen)?“. Dass der daraus resultierende Dialog für jeden, der nicht so intensiv in der Materie steckt wie diejenigen, die gerade ein komplexes Betriebssystem lokalisieren, sehr leicht missverständlich und aburd wird, wurde dabei nicht bemerkt.

Im Original hat man sich übrigens für „Settings | OK“ entschieden, was sehr viel sinnvoller ist: Ganz egal, wie man den Offline-Modus ausschaltet – man macht das in den Settings (oder im Kontrollzentrum, aber das ist ein Sonderfall). Das „OK“ ist die übliche* Option für „Ich habe den Dialog zur Kenntnis genommen“.

* Leider: Ich ärgere mich immer, wenn Dialoge wie „Es ist ein Fehler aufgetreten – OK“ erscheinen: es ist nicht „OK“, wenn ein Fehler auftritt.

Keine Kommentare

Safaris Kontext-Suche in neuem Tab öffnen

Dienstag, 16. September 2014, 13.32 Uhr

Klickt man in Safari einen Begriff auf einer Webseite mit der rechten Maustaste an, bietet das Kontextmenü die Möglichkeit, den markierten Begriff an Google zu übergeben. Üblicherweise wird die Google-Suche im aktuellen Tab geladen, der bisherige Inhalt geht also vorerst verloren und kann nur über den Verlauf wieder aufgerufen werden. Das ist in der Regel eher ärgerlich, weil man ja meist nur ein Wort nachschlagen und anschließend weiterlesen möchte. Das geht auch anders. Denn ein Klick auf einen Eintrag im Kontextmenü funktioniert genau so wie ein Klick auf einen Link – hält man dabei die cmd-Taste gedrückt, wird die Googlesuche in einem neuen Tab geöffnet und der aktuelle Inhalt der Webseite bleibt erhalten.

Google Suche über das Kontextmenü von Safari (Screenshot)

Der Klick auf den Google-Eintrag funktioniert wie jeder Link – mit gedrückter cmd-Taste wird die Google-Suche in einem neuen Tab geöffnet.

Keine Kommentare

Apples Geheimhaltungsstrategie funktioniert besser als je zuvor

Donnerstag, 11. September 2014, 18.52 Uhr

Als Tim Cook ankündigte, man werde bei Apple in Zukunft noch strenger darauf achten, dass keine Informationen aus den Labs zur Unzeit nach außen dringen würde – „We’re going to double down on secrecy on products“ – da dauerte es nicht lange, bis er für diese Behauptung verspottet wurde. Schließlich sickerten immer häufiger und immer mehr Details über kommende Produkte durch, und den kommenden Produktvorstellungen fehlte deutlich der Überraschungseffekt. Doch nach den letzten zwei Apple-Events zeichnet sich ab, dass Cook seine Ankündigung durchaus ernst gemeint hat.

Nehmen wir zum Beispiel die Keynote zur WWDC. Da ging es, klar, um Yosemity und iOS 8, und davon wusste man auch schon im Vorfeld jede Menge Details. Aber die wirklichen Neuigkeiten – Swift und Metal – kamen völlig überraschend praktisch aus dem Nichts. Und dass, obwohl man bei Apple bereits seit vier Jahren an Swift gearbeitet hat. Vier Jahre: In denen kein Sterbenswörtchen nach außen drang.

Noch deutlicher wurde Apples trickreiche Geheimhaltungsstrategie beim „Wish we could say more“-Event am 9. September. Hier war für jeden klar, dass im Zentrum das iPhone 6 stehen würde – von dem man im Prinzip doch schon alle relevanten Details im Vorfeld wusste. Doch was war? Apple peitschte die Vorstellung der beiden neuen iPhone-Modelle in Rekordzeit durch, um sich dann auf die beiden echten Neuigkeiten zu konzentrieren: Apple Pay und vor allem Apple Watch. Dazu kursierten im Vorfeld natürlich auch ein paar Gerüchte – aber über mehr als ein „Apple arbeitet daran“ kamen die nicht hinaus.

Anscheinend gehört zu Apples „double down on secrecy“-Strategie, dass gezielt Informationen über Produkte gestreut werden, die eh jeder erwartet. Damit werden die Gerüchtejäger von den eigentlichen Neuigkeiten abgelenkt, die weiterhin unerkannt bleiben und mit großer Geste vorgestellt werden können. Und diese Strategie geht offensichtlich auf.

Keine Kommentare

Benutzer-Library dauerhaft anzeigen

Mittwoch, 26. März 2014, 14.12 Uhr

Benutzer-Library in Mavericks dauerhaft einblendenMit OS X 10.8 Mountain Lion hatte Apple die Benutzer-Library aus dem Finder verbannt. Wer darauf zugreifen wollte, musste Gehe zu mit gedrückter ⌥-Taste wählen und auf den dann angezeigten Eintrag klicken. Unter OS X 10.9 Mavericks ist das immer noch so – aber wie ein Bekannter jetzt durch puren Zufall entdeckt hat, bietet Mavericks auch die gut versteckte Option, die Library dauerhaft einzublenden.

Dazu lässt man sich im Finder den Benutzerordner anzeigen und ruft Darstellung > Darstellungsoptionen einblenden auf (bzw. drückt einfach ⌘J). Dort kann man nun mit einem Klick auf Ordner „Library“ anzeigen die Library dauerhaft im Finder anzeigen lassen. Na also. Geht doch.

Keine Kommentare

Datenschutz unter Mavericks

Montag, 3. März 2014, 16.37 Uhr

Cover: Datenschutz Mavericks von Giesbert DamaschkeDas hatte ich noch gar nicht erwähnt (auch, weil ich gar nicht mitbekommen habe, dass es das überhaupt gibt ;-)): Die Datenschutz- und Sicherheits-Kapitel aus meinem Mavericks-Buch gibt es für ein paar Cent als E-Book für den Kindle: Datenschutz und Sicherheit für OS X Mavericks: Wie Sie Ihren Computer und dessen wertvolle Daten sinnvoll absichern können. (Aktueller Preis: 49 Cent).

Keine Kommentare

Mein iTunes-/iCloud-Buch ist in zweiter, aktualisierter Auflage erschienen

Montag, 3. März 2014, 16.32 Uhr

Cover iTunes & iCloud von Giesbert Damaschke (2. Auflage)Die Überschrift sagt eigentlich alles: Mein Das Buch zu iTunes & iCloud (2. Auflage) ist in zweiter, aktualisierter Auflage erschienen. Wenige Wochen nach Erscheinen der ersten Auflage hat Apple iTunes und vor allem iCloud im Browser in neuen Versionen auf den Markt gebracht. In Sachen iTunes hat sich vor allem der Sync von iOS-Geräten mit dem Mac geändert (ab Mavericks können Kalender, Kontakte und Notizen nicht mehr lokal, sondern nur noch via iCloud gsynct werden), bei iCloud wurde kräftig umgebaut.

Keine Kommentare

Kleinigkeiten in Mavericks (2)

Donnerstag, 21. November 2013, 0.20 Uhr

Eine kleine Änderung Mavericks, die mir im Arbeitsalltag manchen Mausklick spart, betrifft den „Kalender“. Wollte man hier bislang einen Termin nachträglich bearbeiten, musste man ihn entweder anklicken und ⌘I drücken, oder ihn doppelt anklicken und anschließend „Bearbeiten“ wählen. Das hat mich jedes Mal etwas genervt. Jetzt kann man ihn einfach doppelt anklicken und sofort bearbeiten, was (zumindest in meiner Praxis) für einen deutlich flüssigeren Arbeitsablauf sorgt.

Keine Kommentare

Kleinigkeiten in Mavericks (1)

Donnerstag, 21. November 2013, 0.03 Uhr

Das Update von Mountain Lion auf Mavericks halte ich im Großen & Ganzen für gelungen. Es gibt für mich zwar kein „Das muss ich unbedingt haben“-Feature, aber eine Fülle von Verbesserungen und Änderungen, die die Arbeit mit dem System noch etwas leichter und flüssiger machen. Manches hat Apple allerdings auch verschlimmbessert. Zum Beispiel bei der „Vorschau“. Hier konnte man bis Mavericks mit der Standard-Tastenkombi ⌘< zwischen geöffneten Fenstern des Programms wechseln. Seit Mavericks geht das nicht mehr. Nun wird über diese eigentlich systemweit gültige Tastenkombination die Symbolleiste ein- und ausgeblendet. Weiß der Geier, was sich Apple dabei gedacht hat.
Vielleicht ist diese Anmerkung der Beginn einer Reihe, daher die (1) im Titel ;-).

2 Kommentare

Mein Mavericks-Buch ist erschienen

Mittwoch, 20. November 2013, 15.24 Uhr

Damaschke Mac für Ein- und Umsteiger MavericksGegen Ende des Jahres geht es Schlag auf Schlag ;-). Erst kam das iTunes/iCloud-Buch (O’Reilly), dann das zum iPhone 5s und 5c (Smartbooks/d.punkt) und jetzt ist mein Mavericks-Buch erschienen: Der Mac für Ein- und Umsteiger. Das Buch ist durchgehend farbig und hat 347 Seiten.

Wie schon an anderer Stelle erwähnt hat Pearson zum Jahresbeginn 2013 sein Computerbuch-Programm kurzerhand und ziemlich Knall auf Fall eingestellt, weshalb dieses Buch nun im Amac-Buch Verlag erscheint. Das hat Vorteile für die Leser, denn bei Amac erscheint ein Buch nicht nur auf Papier, sondern gleichzeitig auch als E-Pub und PDF – und zwar zu zivilen Preisen. Die gedruckte Ausgabe kostet 19,95 Euro, die digitalen Ausgaben beim Verlag je 4,99 Euro. Die die Kindle-Version kostet aktuell 3,60 Euro. Der Clou: Wer das gedruckte Buch kauft, der findet im Buch einen Code, mit dem sich wahlweise entweder eine E-Pub- oder PDF-Version herunterladen lässt.

Keine Kommentare

iBooks für OS X

Montag, 18. November 2013, 16.14 Uhr

So erfreulich es ist, dass Mavericks mit iBooks endlich einen guten Reader für ePub-Dateien bietet und so begrüßenswert der Ansatz, elektronische Bücher samt iBookstore aus iTunes zu entfernen und das Programm endlich ein wenig zu verschlanken: So ärgerlich ist die Umsetzung. Denn anders als in der iTunes-Mediathek ist es nun nicht mehr möglich, die Metadaten der Bücher zu ändern – man ist hier vollständig auf das angewiesen, was die Anbieter ihren Büchern mit auf den Weg geben. Und das ist leider nur zu oft schlampig und indiskutabel.

Miese Metadaten
Uneinheitliche Schreibweisen bei Autorennamen sind da ebenso die Regel wie blödsinnige Titel. Wenn etwa ein Verlag die Sprache des Buches (Yellow Submarine (English)) oder den Namen des Autors (E.O. Wilsons′s Life on Earth – obendrein mit einem Minutenzeichen statt Apostroph) als Titelbestandteil einsetzt, dann nervt mich das genau so wie die Unart, einen vollen Serientitel (Perry Rhodan Neo: 3. … ) jedem Titel voranzusetzen und damit den begrenzten Raum der Titelanzeige mit sinnlosen Informationen zu verstopfen.

Bislang ließen sich vermurkste Metadaten problemlos korrigieren. Jetzt ist das nicht mehr möglich, weil die Verwaltung der E-Book von iTunes komplett an iBooks übergeben wurde.

Das Problem verschärft sich, wenn Bücher aus anderen Quellen oder PDF-Dateien in iBooks importiert werden; hier herrscht in den Metadaten nur allzuoft ein unbrauchbarer Wildwuchs – falls überhaupt welche vorhanden sind. In meiner Bibliothek befinden sich aktuell zum Beispiel 41 Bücher mit dem Vermerk „Nicht kategorisiert“ und 23 Titel „Ohne Autor“. Das würde ich gern ändern. Kann es aber nicht.

Unbrauchbare Sortierung
Da man die Metadaten nicht korrigieren und den eignen Vorstellungen anpassen kann, muss man auch mit Apples bescheuerter Idee leben, bei der Sortierung nach Autoren als erstes Kriterium ausgerechnet den Vornamen zu nehmen oder bei einer Suche in der Autorenansicht auch immer den sinnlosen Eintrag „Ohne Autor“ anzuzeigen. Dass die von den Anbietern oder Apple benutzten Kategorien nicht die Kategorien sind, nach denen ich meine Bücher sortieren möchte, nehme ich da nur noch achselzuckend zur Kenntnis.

Wo sind die Dateien?
Aber Apple versteckt nicht nur die Metadaten, sondern auch die Dateien selbst. Wohl damit niemand auf die Idee kommt, die fehlenden/falschen Daten direkt in den Dateien nachzutragen oder zu korrigieren. Den sonst üblichen Befehl Im Finder zeigen sucht man bei iBooks vergeblich.

Wer ein wenig auf der Platte herumstöbert, findet die Dateien übrigens irgendwann. Nämlich in der Benutzer-Library unter Containers > com.apple.BKAgentService > Data > Documents > iBooks > Books.

Dort liegen die ePub-Dateien allerdings unter kryptischen Namen wie 574397112.epub oder 592397918.epub. Da nicht wirklich klar ist, wie iBooks die Metadaten eigentlich verwaltet, sollte man sich davor hüten, hier direkt in die Dateien einzugreifen. Statt dessen zieht man eine Datei, deren Daten geändert werden sollen, aus iBooks (nicht aus dem Verzeichnis!) auf den Desktop und öffnet sie in einem geeigneten Editor. Nach der Anpassung kann man die Datei speichern und erneut in iBooks importieren. Falls alles geklappt hat, kann man den ursprünglichen Titel löschen.

(Disclaimer: ich habe das nicht ausprobiert und weiß nicht, was mit Titeln geschieht, die man im iBookstore gekauft hat. Aber da eh nur mit Kopien der Originaldateien gearbeitet wird, halte ich das Risiko für überschaubar.)

Fazit
In seiner aktuellen Form ist iBooks ein gutes Programm zur Anzeige von eBooks auf dem Mac: mehr allerdings nicht. Wenn man nur eine Handvoll Titel verwaltet und sich brav auf Käufe im iBookstore beschränkt, dann mögen die eklatanten Mängel hinnehmbar sein (obwohl es auch dann drunter und drüber geht). Wer allerdings von einem E-Book-Reader mehr erwartet, der stößt bei iBooks sehr schnell an die Grenzen des Zumutbaren.

Da bleibt, wie so oft in letzter Zeit, nur die Hoffnung, dass Apple hier noch nachbessert.

2 Kommentare